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R. G. Fischer Verlag
Rechtsform GmbH
Gründung 1977
Sitz Frankfurt am Main
Leitung Rita G. Fischer
Branche Selbstkostenverlag
Website www.rgfischer.de

Der R.G. Fischer Verlag ist ein in Frankfurt ansässiger Imprint- und Druckkostenzuschuss-Verlag. Die Autoren des Verlages tragen einen Teil der Kosten für Lektorat, Layout, Druck und Werbung ihrer Bücher selbst.

Verlag Bearbeiten

Rita G. Fischer gründete den R.G. Fischer Verlag im Jahr 1977. Nach eigenen Angaben bekommt der Verlag im Jahr 5000 Manuskripte eingesandt. Der Spiegel zitierte im Jahr 2000 Experten, laut denen der Umsatz der R.G. Fischer GmbH im Jahr 2000 zwischen vier bis sechs Millionen D-Mark (zwei bis drei Millionen Euro) betragen haben soll.[1]

Der Verlag ist mit der "Interbook Literary Agency" eng verbunden, die im gleichen Haus wie der R. G. Fischer-Verlag residiert[2] und viele Manuskripte an den Verlag weiterreicht.[3]

Autoren Bearbeiten

Der Verlag verlegt die Schriften von um die 800 Autoren, darunter sind der Soziologe Klaus Sochatzy, der Komponist Klaus-Peter Schneegass, der Wirtschaftsgeograph Wolf Donner, die Pädagogin Eva Dehm-Hasselwander. Der AfD-Politiker Wolfgang Gedeon publizierte unter dem Pseudonym W. G. Meister vier Bücher bei R.G. Fischer, die Trilogie Christlich-europäische Leitkultur sowie „Der grüne Kommunismus und die Diktatur der Minderheiten“,[4][5] die u.a. antijüdische Thesen und Abhandlungen über die Protokolle der Weisen von Zion enthalten.

Kritik Bearbeiten

Der Bundesvorsitzende des Verbandes deutscher Schriftsteller, Imre Török, sagte 2006 auf Deutschlandfunk Kultur, der Verlag gehöre zu den "schwarzen Schafen" des Verlagswesens. Törok wies daraufhin, dass ein Autor im R. G. Fischer Verlag 16.000 Euro Eigenbeteiligung bezahlen müsse, wenn er ein Buch veröffentlichen möchte. Bei diesem Geschäftsmodell reiche es, viele Autoren zu haben und nicht unbedingt Bücher zu verkaufen. Er sprach R.G. Fischer ab, ein Verlag zu sein; eher handele es sich um eine Dienstleistung, die angeboten würde. Er forderte, Unternehmen wie R.G. Fischer von der Frankfurter Buchmesse auszuschließen.[3]

Der Spiegel berichtete im Jahr 2000 über den Frühpensionär Horst Krüger. Er reichte bei R. G. Fischer sein Romanmanuskript ein, es wurde akzeptiert und er wurde um einen "Kostenzuschuss" von 31.924 DM für 2000 Exemplare gebeten.[1] Krüger unterschrieb einen Vertrag, in dem es heißt, dass der Verlag "nötigenfalls aus Gründen der Lagerhaltungs-Kapazität die Auflage in mehreren Teilauflagen drucken" kann, d.h. nicht die vereinbarten 2000 Exemplare drucken muss.

2008 schickten die drei Schriftsteller Tom Liehr, Michael "Kaelo" Janßen und Michael Höfler, allesamt Mitglieder der Internet-Poetengruppe "42erAutoren" eine neunseitige, bewusst schlechte Manuskriptprobe als Test an verschiedene Autorenzuschussverlage, u. a. an R.G. Fischer. In dem angeblich 842 Seiten langen Werk sollte sich der Protagonist Kevin-Lukas in Susi, die Assistentin seines Chefs verlieben. Nachdem er den Zentralrechner der NASA gehackt hatte, habe er Hilferufe an Außerirdische geschickt. Diese hätten die beiden auf einen Planeten voller Vollbusiger geschickt. Bei der Rückkehr des Paares auf die Erde übernehmen Susi und Kevin-Lukas die Weltherrschaft. Der R.G. Fischer Verlag schrieb von interessanten Ideen und bot an an, das Buch gegen einen Kostenzuschuss von über 16.000 Euro zu drucken.[6]

Literatur Bearbeiten

25 Jahre R. G. Fischer Verlag. Jubiläumsanthologie zum 25-jährigen Bestehen des R. G. Fischer Verlages 1977-2002

Weblinks Bearbeiten

Einzelnachweise Bearbeiten

  1. 1,0 1,1 Carsten Holm: BUCHMARKT: Mit Herzblut in den Ruin. 28. August 2000, abgerufen am 28. Mai 2018.
  2. GBI-Genios Deutsche Wirtschaftsdatenbank GmbH: INTERBOOK LITERARY AGENCY AND PUBLISHERS Gesellsch... in Frankfurt am Main. Abgerufen am 29. Mai 2018 (deutsch).
  3. 3,0 3,1 - Wenn Autoren für den Buchdruck zahlen müssen. In: Deutschlandfunk Kultur. 14. Oktober 2011, abgerufen am 28. Mai 2018.
  4. Abgeordneter vor dem Ausschluss: AfD rückt von Gedeon ab
  5. https://www.swp.de/suedwesten/landkreise/lk-schwaebisch-hall/anton-baron-_afd_-_in-der-afd-gibt-es-keinen-platz-fuer-rassismus_-22838643.html Anton Baron (AfD): "In der AfD gibt es keinen Platz für Rassismus"]
  6. Carsten Holm: Bezahl-Verlage: Die schönsten Seiten des Schwachsinns. In: Spiegel Online. 27. August 2009, abgerufen am 28. Mai 2018.