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M. Schneider war eine Kaufhauskette. Das Stammhaus auf der Zeil in Frankfurt am Main war eines der bedeutendsten Kaufhäuser in Frankfurt und als Symbol der Freien Marktwirtschaft Ziel des ersten Brandanschlags der künftigen RAF. Heute besteht noch ein Kaufhaus der Kette in Offenbach am Main.

Von der Gründung zur Kaufhauskette Bearbeiten

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Am Sonntag dem 13. November 1887 eröffnete Michael Schneider sein Geschäftslokal in der Großen Bockenheimer Straße 9. 14 Verkäuferinnen boten in dem Geschäft Mode- und Manufakturwaren an. Michael Schneider hatte bereits vorher in München, Leipzig und Nürnberg Geschäfte eröffnet und erwartete sich durch den gemeinsamen Einkauf Kostenvorteile. Ungewöhnlich für die damalige Zeit war auch das Geschäftsprinzip, Festpreise zu verlangen. Rabatte und Feilschen fanden nicht statt.

Michael Schneider (1849–1904) hatte eine Lehre in Künzelsau gemacht, ging als Commis nach Würzburg und arbeitete dann in einem Schnittwarengeschäft in Miltenberg, Hauptstraße 110 (49.700079.25494
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). 1873 mit 24 Jahren übernahm er das Geschäft seines Prinzipals. Schneider, der Sohn eines wohlhabenden fränkischen Dorfschulzen war, heiratete 1874 die Tochter des Schulzen aus Reistenhausen. Familiär bedingt stand ihm daher ein gewisses Kapital zur Verfügung. 1877 verkaufte er sein Geschäft und eröffnete ein größeres in Würzburg. 1882 verkaufte er dieses für 100.000 Goldmark (in heutiger Kaufkraft 678.049 Euro) und begann mit dem Aufbau seiner Ladenkette. Zunächst eröffnete er 1881 zwei Geschäfte in München, davon eines am Stachus. 1883 eröffnete er die Leipziger Filiale, später erwarb seine Frau die in Nürnberg. 1887 kam Frankfurt hinzu; zum Ende des Jahrhunderts war die Kette auf mehr als 30 Geschäfte in zwei Dutzend Großstädten angewachsen.

Das Frankfurter Stammhaus Bearbeiten

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1894 zog die Frankfurter Filiale in das neu erbaute Haus Große Bockenheimer Straße 25 (50.1143338.674516
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) um, da das bisherige Geschäft zu klein geworden war. Michael Schneider zog sich aus dem operativen Geschäft zurück und lebte als Privatier. Am 1. Juli 1899 übernahm Gottlob Beilharz (1869–1953) das Haus M. Schneider und sollte das Geschäft ein halbes Jahrhundert lang leiten. Ende des Jahres zog das Geschäft in die Zeil 114 (50.1144768.683496
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), das Minerva-Haus, um. Der gewonnene Platz wurde zu einer Erweiterung des Sortimentes genutzt. Nun wurden zusätzlich Wäsche und Weißwaren angeboten. Nachdem er auch den ersten Stock mieten konnte wurde das Sortiment um Tricotagen, Gardinen, Teppiche und Bettwaren ergänzt. Am 1. Januar 1902 konnte er die Miteigentümer auszahlen und wurde Alleineigentümer. Mit der Gründung von Filialen in Offenbach und Darmstadt setzte er seinen Expansionskurs fort.

Auch das Stammhaus wuch nun beträchtlich. Am 30. November 1907 eröffnete das neu erbaute Kaufhaus in der Zeil 98, Ecke Stiftstraße. Beilharz mietete das sechsstöckige Gebäude für 40 Jahre und führte nun das größte Kaufhaus der Stadt. Das Sortiment wurde um Möbel erweitert, die im dritten Stock angeboten wurden. Das Wachstum der Stadt Frankfurt trug dazu bei, dass das Kaufhaus bis zum Beginn der Ersten Weltkriegs wachsende Umsätze und Gewinne verzeichnete.

Datei:Frankfurt Am Main-Zeil-Haus Minerva-um 1905.jpg

Krieg und Inflationszeit führten zu hohen Verlusten, die Beilharz dank seines Vermögens tragen konnte. Erst nach der Währungsreform 1923 ging es mit M. Schneider wieder aufwärts bis die Weltwirtschaftskrise erneut rote Zahlen brachte.

1936/37 wurden die Nachbarhäuser, Stiftstraße 7 und Zeil 102/104 erworben und darauf Erweiterungsbauten für das Kaufhaus M. Schneider errichtet. 1939 beschäftigte das Unternehmen 500 Mitarbeiter.

Zerstörung und Wiederaufbau Bearbeiten

Die Luftangriffe auf Frankfurt am Main vom 18., 22. und 24. März 1944 zerstörten die Frankfurter Altstadt. Auch das Kaufhaus M.Schneider wurde völlig ausgebombt. Beilharz mietete das Cafe Jäger in der Stiftstraße 7 und führte dort den Verkauf behelfsmäßig weiter. Das Geschäft litt vor allem an einem Mangel an Waren. Die im Kaufhaus M. Schneider angebotenen Waren durften nur gegen Bezugsscheine verkauft werden, die Lieferanten waren selbst nicht lieferfähig.

Das Kaufhaus selbst wurde von Trümmern befreit und Verkaufsstände an den Außenmauern eingerichtet. Im Herbst 1947 war das Erdgeschoss wieder hergerichtet und konnte als Verkaufsraum genutzt werden. 1948 kam der erste Stock hinzu.

Mit der Währungsreform und der Einführung der Sozialen Marktwirtschaft begann auch bei M. Schneider das Wirtschaftswunder. Als Beilharz 1952 starb, war das Kaufhaus wieder vollständig in Betrieb. 1945 war der Betrieb mit 100 Mitarbeitern aufgenommen worden. 1948 waren es 200 und 1962 sogar 800 geworden. Der Werbeslogan "M. Schneider - Ihr Ziel auf der Zeil" war überregional bekannt.


Am 2. April 1968 wurde das Stammhaus auf der Zeil Opfer einer politisch motivierte Brandstiftung, an der die späteren Mitbegründer der Rote Armee Fraktion, Andreas Baader und Gudrun Ensslin, beteiligt waren. Zusammen mit Thorwald Proll und Horst Söhnlein legten sie nachts insgesamt drei Brände in zwei Kaufhäusern und wurden dafür zu jeweils drei Jahren Zuchthaus verurteilt. Menschen wurden nicht verletzt, der Brandschaden betrug über 1,9 Million DM (in heutiger Kaufkraft 3 Millionen Euro).

1998 wurde das Traditionskaufhaus auf der Zeil geschlossen.

Das Haus in Offenbach Bearbeiten

Am 4. November 1905 eröffnete M. Schneider seine Dependance in Offenbach (50.1041768.762501
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). Heute werden im Haus Große Marktstraße 23 ca. 100 Mitarbeiter beschäftigt.

Literatur Bearbeiten

  • Franz Lerner: Die sehr unterhaltsame Reise mit M. Schneider durch 75 Jahre Frankfurter Geschichte, 1962

Weblinks Bearbeiten

  • Commons <Lang> Commons: M. Schneider – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Jörg Muthorst: 105 Jahre M. SchneiderModehaus setzt auf Offenbachs Potenzial, Frankfurter Rundschau vom 27. Oktober 2010, online
  • Sandra Danicke: Ein Kaufhaus stirbt, Die Zeit vom 14. Mai 1998 online
Georeferenzierung Karte mit allen Koordinaten: OSM, Google oder Bing

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